Sonntag, 27. Februar 2011

wetterwissen häppchenweise II


Blauthermik

Wenn sich die Luft in den bodennahen Schichten durch Sonnenstrahlung erwärmt, dehnt sie sich aus. Sie gewinnt an Volumen, verliert an Masse und beginnt aufzusteigen. Pro 100 Meter kühlt sie sich exakt um 1°C ab und genau solange, bis die Temperatur der Thermikblase die Temperatur der Umgebungsluft erreicht hat. Man spricht dann auch vom Gleichgewichtsniveau. Bei der Abkühlung steigt die Luftfeuchte in der Thermikblase an. Erreicht die Thermikblase das Gleichgewichtsniveau vor erreichen des Kondensationsniveaus (100% rel. Luftfeuchte), so kommt es nicht zur Kondensation, Wolkenbildung bleibt aus, der Himmel blau, sichtbare Aufwindmarkierungen fehlen und erschweren die Aufwindsuche. Zugleich ist Blauthermik meist nur mäßig, selten stark ausgeprägt.

Samstag, 26. Februar 2011

wetterwissen häppchenweise I





Hochnebel (Advektionsnebel)

Advektionsnebel bedeutet, dass bei horizontaler Zufuhr (Advektion) einer anders temperierten Luftmasse und fehlender Durchmischung sich zwei verschieden temperierte Luftmassen überlagern können (so wie auch Öl auf Wasser schwimmt). So wird bei Hochnebellagen in der Höhe gerne trockene aber sehr warme Luft herangeführt (sie ist Ursache dafür) während in den Tälern schwere und kalte Luftmassen liegt. An der Grenze (Inversion) zu beiden Luftmassen bildet sich Kondensat, die scheinbar am Boden klebende Wolke. Vor allem im Winter ist der Hochnebel oft ein zäher Bursche. Meist sollte er sich inneralpin mit dem Tagesgang auflockern oder auflösen, es kann aber bei starken Hochdrucklagen (nicht selten) auch zu tagelangen Hochnebellagen nicht nur im Flachland, sondern auch in den größeren Alpentälern kommen.

Übrigens: Auch unter einem Hochdruckgebiet ohne horizontaler Luftmassenzufuhr kann es Advektionsnebel geben, wenn sich die stets vertikal absinkende Luftmasse erwärmt und so zur Inversionsbildung führt. Die Absinkbewegung der Luftmasse führt zur Erwärmung.

Aus fliegerischer Sicht ist der Hochnebel ein durchaus gutes Instrument um die Höhe der Inversion abzuschätzen (Webcam als Hilfe nehmen). Steigt man deutlich über die Hochnebelgrenze (Inversion) auf, ist darüber bis zur Wald- und Vegetationsgrenze an nach Süd ausgerichteten Hängen selbst im Herbst und Winter, je nach Schneelage leichte, aber nur sehr dünne Hangthermik anzutreffen. (Am besten direkte Rückseitenlagen nach einer Kaltfront nutzen, da ist die Hochnebelgefahr am geringsten)

Merksatz:
Sowohl horizontale als auch vertikale Erwärmung in der Höhe kann Hochnebel verursachen. Hochnebel ist vorwiegend in der thermisch inaktiven Jahreszeit vorzufinden während in den Sommermonaten er äusserst selten anzutreffen ist.

Montag, 21. Februar 2011

advance sigma 8 techfilm


Kompromissloser 3-Leiner
Der SIGMA 8 ist ein echter Dreileiner mit stark reduziertem Widerstand und bestem Leistungs-Handling-Kompromiss bei der Streckung. Der spürbar ausgewogene Pitch erlaubt, die Gleitzahl von 10 und den Endspeed von 55 km/h auch in turbulenter Luft umzusetzen. Dank der Reduktion auf drei Leinenebenen lässt sich der SIGMA 8 zudem leichtgängiger und effizienter beschleunigen.

Erhöhter Spassfaktor
Der Ursprung des spritzig-sportlichen Handlings liegt in der optimierten Auftriebsverteilung in Kombination mit den gewählten neuen Profilen. Das führt beim SIGMA 8 sowohl zu mehr Flugruhe um die Längs- und Querachse als auch zu einem schöneren Drehverhalten und verbesserter Nachzentrierbarkeit; ein direkter und präziser Übergang in allen Dimensionen also.

Montag, 14. Februar 2011

discover free riding



Als Top-Leistungsintermediate mit hohem Spassfaktor ist der SIGMA 8 der Cross Country Free Rider: Sportlichkeit und Dynamik gepaart mit Leistung, angereichert mit neuesten Technologien, reduziert auf minimales Gewicht. Dieser Schirm wartet nur darauf, mit dir zu neuen Flugabenteuern aufzubrechen und abseits ausgetretener Pfade neue Strecken zu erkundschaften.

sigma 8 http://www.advance.ch/SIGMA.836.0.html?&no_cache=1&L=0

Freitag, 11. Februar 2011

rega mit neuem notfall-app

Für verlorene Schneesportler erhöht sich die Chance, dass sie die Rega in den verschneiten Bergen findet. Eine neue Notfall-App ortet bei der Alarmierung den Standort des Hilfesuchenden.

Ist ein Schneesportler in Gefahr, ruft er die Rega. Der Skifahrer gibt am Telefon seinen Standort an und die Rettungstruppen holen ihn ins Tal.

Weil die Standort-Ermittlung gerade bei schlechter Telefon-Verbindung oft schwierig ist, hat die Rega das Notfall-App «iRega» entwickelt. Der Hilfesuchende löst den Alarm mit zwei Klicks aus.

«iRega» kann bei Notfällen in der Schweiz und im Ausland genutzt werden. Ist der Alarm ausgelöst, werden die Koordinaten und die Personalien des Anwenders an die Rega übermittelt. Diese speichert der Telefonbesitzer zuvor in der Applikation. Dann wird eine Telefonverbindung mit der Einsatzzentrale hergestellt und die Rega holt den Verletzten.


Erster Ernstfall in der Furka-Region

Vergangenen Samstag rettete das «iRega» in der Furka-Region schon das erste Leben: Ein Schneeschuhläufer verletzte sich – sein Kollege löste via «iRega» Alarm aus.

Die Netzabdeckung war im betreffenden Gebiet nur sehr schwach. Eine Alarmierung und Ortung alleine über telefonischen Kontakt wäre schwierig gewesen.

Mit «iRega» aber wurden die genauen Koordinaten des Alarmierenden per SMS rasch an die Rega-Einsatzzentrale übermittelt. Mit den Angaben aus der Applikation gelang der Rettungshelikopter punktgenau zum Unfallort. Der Verletzte wurde anschliessend mit der Rettungswinde geborgen.

Üben mit einem Testalarm

Damit der Ernstfall auch geprobt werden kann, stellt «iRega» ein Testalarmsystem bereit. Weiter bietet die Anwendung eine Kartenfunktion, die den eigenen Standort anzeigt oder die Koordinaten zu einem beliebigen Ort in verschiedenen Formaten berechnet.

Voraussetzung für die Verwendung von «iRega» ist die Aktivierung der Ortungsdienste in den iPhone-Einstellungen. Zudem muss das iPhone mit einer SIM-Karte ausgestattet sein und über den nötigen Signalempfang (GPS, WLAN, Mobilfunknetz) verfügen.(jes)

Dienstag, 8. Februar 2011

9. monarca paragliding open T6 und schluss

Task 6 und Schluss
Ich wurde gestern zwölfter, in der Gesamtrangliste konnte ich meinen siebten Rang halten. Somit war meine persönliche Vorgabe für heute klar: Voll angreifen!

Heute kam zum vielen Wind noch eine sehr tiefe Wolkenbasis hinzu. Dafür sah das Task Committee davon ab, uns wieder im Lee gegen den Wind ankämpfen zu lassen: Das einzige Gegenwindstück grad am Anfang, auf der Südseite, durch ein Gebiet wo's eh immer gut steigt. Dann kurz raus ins Flache, wieder an den Startplatz zurück und von dort ins Standard-Ziel auf dem Hügel über Valle. Knapp 50 km. Anders als bisher gab's heute vier mögliche Startzeiten - damit's weniger eng wird zwischen Boden und tiefen Wolken. Wer die neue PWC-Formel, die hier zur Anwendung kommt, aber einigermassen kennt, weiss, dass er so eine Strecke mit der zweiten Startzeit (also 15 Minuten später) etwa 10-15 Minuten schneller abfliegen muss als die erste Gruppe, um auf die selben Punkte zu kommen. Darum war's de facto doch ein Race, von den Top-Piloten versuchte es einzig Leader Raoul Penso mit der zweiten Startzeit.
Ich erwischte den Start zwar nicht ganz optimal, aber immer noch besser als das ganze übrige Feld, das tiefer und viel weiter weg vom Zylinder loslegen durfte. Auf dem Weg zur ersten Wende erreichte ich die Basis praktisch ohne zu drehen, einfach im Geradeausflug. Bald hatte ich nur noch Brett Hazlett (3.) und Yassen Savov (4.) vor mir, der Kampf um den dritten Schlussrang war voll im Gange. Im Flachen draussen verloren wir Brett, dafür stiess Daniel Tyrkas hinzu, der seinen Core wirklich super durch seinen ersten Wettbewerb steuert. An der letzten Boje, am Startplatz, holten Daniel und ich Yassen ein, aber nun wie weiter zum See? Daniel wählte die Standardroute und flog hierfür etwas zurück in ein total abgeschattetes Gebiet - um dann auf dem Plateau abzusaufen, wie wir später rausfanden.
Meine offensive Taktik war ja bis dahin super aufgegangen, ich lag mit Yassen in Führung, also weiter so. Zusammen drehten wir bis an die Basis und flogen dann direkt aufs Ziel zu. Irgendwann fing er an, vom Kurs abzuweichen (OK, da war's auch etwas blau geradeaus), ich fand aber das geht schon und hielt drauf. "Alles oder Nüt". Ein paar Minuten später stand ich in einem staubigen Kartoffelacker (also "Nüt") und schaute Yassen zu, wie er drei Kilometer weiter ins Ziel flog - in 1h12, mit 8 Minuten Vorsprung auf den zweiten!
Wie sich das alles auf die Gesamtrangliste auswirkt werden wir gleich an der Siegerehrung erfahren: Marko Hrgetic oder Raoul Penso auf dem ersten, Brett oder Yassen auf dem dritten Platz?
Wir flogen zwar dieses Jahr, aufgrund der sehr ungewöhnlichen Wetterlage, etwas weniger lang und weniger weit als in früheren Jahren, aber mir hat der Wettkampf einmal mehr viel Spass gemacht und auch viel Lust auf die nun bald beginnende Saison in Europa. Bevor's aber dorthin zurück geht, werd ich jetzt erst mal noch eine Woche im Land rumreisen und mir endlich, beim achten Besuch in Mexiko, ein paar prä-kolumbianischen Stätten und Pyramiden anschauen.

Samstag, 5. Februar 2011

9. monarca paragliding open T5


Task 5
Viele Wolken am Morgen, etwas Regen am Startplatz, die Prognosen sprechen von viel Südwestwind ab 15 Uhr. Das fliegbare Fenster ist also relativ kurz, dementsprechend wird ein leichter, einfacher Task über 42 km ausgeschrieben. Nur, so leicht war er dann doch nicht, ab der zweiten Boje, im Osten, wurd's sehr unübersichtlich. Auf allen erdenktlichen Wegen versuchten wir, die nächste Boje, westlich gelegen, zu erreichen. Der Gegenwind, immer wieder grossflächige Abschattungen und der Gegenwind, zusammen mit dem zunehmenden Wind aus der falschen Richtung, machten das schwierig. Ach ja, etwas Gegenwind hatten wir auch noch. Manche verschlugs bis weit hinter Valle de Bravo beim Versuch, genügend Höhe zu machen. Ich selber brauchte drei Anläufe, der letzte startete am unlandbaren Südufer des Sees und brachte mich immerhin bis in den Zylinder rein. Yassen, 500m über und 1 km vor mir, erwischte dort einen super Schlauch, der ihm den Tagessieg sicherte. Ich stand kurz nach der Boje ab, wurde von grimmigen Farmarbeitern empfangen und zusammen mit den andern 5 Piloten, die dort gelandet sind, professionell aber bestimmt vom Gelände begleitet.
Nur 3 Piloten schafften es ins Ziel, das Gesamtklassement wird heute wohl tüchtig durchgeschüttelt.

Im Moment regnet's hier grad. Ein paar hundert Kilometer weiter nördlich sei's -20 Grad und würde schneien. Seltsames Wetter für die Gegend und die Jahreszeit.

Morgen der letzte Lauf, danke fürs Daumendrücken! :)

- Website vom Monarca Open
- Resultate

disco in colombia

PWC Colombia 2011. Таск 3. Ошибка в оценке местонахождения эпицентра и мощности потока в зоне всасывания. В облаке получил асимметрию. Скомпенсировать на первом клевке не удалось по причине отсутствия ориентиров и накопившейся усталости. Первый каскад на крыле класса компетишн. В следующий раз меня так просто не возьмешь :)



Das Fliegen von "offenen" Wettbewerbsschirmen braucht manchmal schon Nerven. In dem folgenden Video, gefilmt beim letzten PWC in Kolumbien, zeigt der Pilot Oleg Krasikov, wie er mit Können und vielleicht auch etwas Glück eine auf den ersten Blick ganz schön verdrehte Situation mit mehreren Twists zu lösen vermag. Das heftige Eindrehen nach einem "einfachen" Klapper dürfte allerdings v.a. dem gestreckten Schirm geschuldet sein.
Der Höhenverlust des gesamten Manövers soll laut GPS-Track "nur" 150m betragen haben (Angaben aus dem englischen Paraglidingforum).

Freitag, 4. Februar 2011

9. monarca paragliding open T3 & 4



Tasks 3 und 4
Task 3: Das Taskboard gab Anlass zu viel Stirnrunzeln: nach zwei „normalen“ Bojen mit recht grossen Radien (2 und 4 km) stand da der gleiche Wegpunkt drei Mal: 500m, 6km, 500m. Der neuste PWC-Trend hat nun auch hier Einzug gehalten: Nachdem wir bis auf 500 m an den Wendepunkt rangeflogen waren, mussten wir wieder mindestens 6 km davon wegfliegen – egal in welche Richtung – um dann erneut in den kleinen Zylinder einzufliegen. Das ergibt theoretisch unendlich viele Routen, in der Praxis war’s aber klar, dass nur etwa 3 in Frage kommen. Nach diesem Intermezzo ging’s wieder ins Ziel beim Startplatz La Torre hoch über Valle de Bravo. Totale Distanz 57km.
In der Luft ging’s dann recht schnell, die Bedingungen waren super gut, dementsprechend rasch waren die zwei ersten Bojen abgeflogen, inklusive einem Ausflug ins Flache. Yassen und Daniel Tyrkas aus Deutschland zogen danach direkt auf den kleinen Hügel hinter dem Startplatz zu, um den sich der Rest des Tasks drehte. Yassen ganz bewusst, mit viel Risiko (er hat nach dem Absteher im zweiten Lauf nicht mehr viel zu verlieren), Daniel eher zufällig, weil er mit der Reparatur seines Beschleunigers beschäftigt war und drum nicht so richtig aufpasste was wir andern machten. Der Rest des Führungspulks zog’s nämlich vor, zuerst südlich am „Wall“ nochmals Höhe zu machen. Nach einer etwas ungemütlichen Phase im Lee des „G-Spot“ konnten wir den 500m-Radius recht hoch anfliegen. Nun die grosse Frage: Wie weiter? Die Wolken geradeaus sahen verlockend aus, aber um dorthin zu gelangen, musste man ja noch durch den ganzen Zylinder durch, also ein Kilometer mehr fliegen als wenn man einfach umdreht. Zudem war der Wind nicht gerade schwach, und gegen den von Norden her wieder aufs Plateau rauf anzufliegen schien mir schwieriger als jetzt grad sofort umzudrehen und wieder via Wall nach Süden aus dem 6 km-Zylinder rauszufliegen. Long story short: Mein grosser Freund Len Szafarin aus den USA und ich, wir drehten um, hatten eine kurze Schwitzphase bis wir den Wall erreicht hatten, machten danach vielleicht noch 3 oder 4 Kreise und konnten mit mächtig Gas ins Ziel fliegen. Die andern, die weiter nach Norden geflogen waren, machten aber keinen einzigen Kreis mehr und konnten ebenfalls mit viel Gas in Ziel fliegen, ein paar Minuten vor uns. Hinter uns kam rund das halbe Feld ins Ziel. Gewonnen haben die beiden Ausreisser: Yassen (in 1:32h!), gefolgt von Daniel, dahinter Raoul Penso, der somit seine Führung im Gesamtklassement weiter ausbaute. Len und ich flogen auf die Sekunde genau zeitgleich über die Zielline, 9ter Tagesrang, ich bin nun auf dem 7. Rang Overall.
Eine häufig gestellte Frage am Startplatz war: Wie verhalten sich wohl unsere Instrumente bei solchen Tasks? Meine Theorie: Alle drei Bojen werden sofort durchgeschaltet und das Instrument schickt mich ins Ziel, sobald ich den kleinen Zylinder das erste Mal erreicht hab. Hat auch fast gestimmt: Der C-Pilot Pro, den ich testhalber mit dabei hab, tat genau das. Mein Flytec hingegen, mit der neuen Firmware für optimierte Routen, zeigte mir immer schön an wo’s auf direktem Weg aus dem Zylinder geht, und wie weit das noch ist. Kaum war ich draussen, schickte es mich wieder rein, piepste, und stellte wieder auf den kleinen Radius um. Fast perfekt, das Piepsen müsste einfach beim Ausflug kommen statt beim Wieder-Einflug, aber das kriegen wir auch noch hin.

Task 4: Viel Wind schon am Morgen, drum ein Zick-Zack über die Mesa, um uns in der Konvergenz zu halten. An beiden Enden riesige Zylinder, um uns viele Optionen für die Routenwahl zu geben. Aber 5 Minuten vor dem Luftstart bläst die Organisation das ganze ab. Ich selber hatte zwar immer noch „Level 2“ (sportlich, aber fliegbar), aber es gab anscheinend Stellen, an denen es zu der Zeit schon sehr ungemütlich war. Ronny Helgesen „Today felt like a reserve throwing day.“ – dann halt auf direktem Weg zum Landeplatz am See, freier Tag, darum auch der etwas ausführlichere Bericht zum gestrigen Tag. Noch zwei mögliche Tasks, wir hoffen im Moment sehr, dass Accuweather die Prognosen für hier besser im Griff hat als Meteo Blue…

Hasta luego!

Mittwoch, 2. Februar 2011

9. monarca paragliding open T1 & 2



Tasks 1 und 2
Seit letztem Donnerstag bin ich mal wieder in Valle de Bravo. Das diesjährige Monarca Paragliding Open (bereits die neunte Ausgabe!) ist ja zugleich ein Pre-PWC, quasi die Hauptprobe für den Superfinal im nächsten Januar. Das Feld ist dieses Jahr dennoch etwas schwächer besetzt als in den früheren Jahren, was wohl vor allem am Weltcup in Kolumbien liegen dürfte, der erst vor einer Woche zu Ende ging. So fehlen vor allem die Top-Piloten aus den USA. Weltcup-Erfahrung haben etwa eine Handvoll der Teilnehmer hier, darunter Yassen Savov, Raoul Penso und Xavier Murillo (der als Observer für die PWCA agiert und auch selber mitfliegt). Hinzu kommen noch einige sehr erfahrene Norweger um Ronny Helgesen, die hier - nach vielen Jahren Valle de Bravo im Januar - eine Art Heimvorteil mitbringen. Insgesamt sind 106 Pilotinnen und Piloten aus 20 Nationen am Start. Die Schweiz ist sogar mit zwei Piloten vertreten: Jan "Loopy" Vögeli, vielleicht einigen noch aus der Liga so ums Jahr 2000 herum bekannt, ist aus Colorado - wo er jetzt wohnt - angereist.

Nach drei Trainingstagen fühlte ich mich schon wieder sehr wohl am Schirm und war dementsprechend motivert für den ersten Task gestern. Valle de Bravo Standard über etwa 65 km: Ganz nach Westen (Divisadero), dann nach Osten (Saucos), bis zur Mitte zurück (La Casa) und dann ins Ziel, der Hügel hinter Valle. Nicht der Landeplatz wie sonst jeweils, denn das Wasser steht dieses Jahr so hoch, dass der See einen grossen Teil der Landewiese verschluckt hat. Mit dem hoch gelegenen Ziel können sich die Zielflieger schön einreihen vor der etwas anspruchsvollen Landung. Aber das war gestern überhaupt kein Problem, weil eh nur 8 Piloten ins Ziel flogen. Der Rest wurde grösstenteils vom sehr strammen Gegenwind auf dem Weg zur letzten Boje zu Boden gezwungen. So auch ich: Nachdem ich vorher zwei Mal der Versuchung widerstanden hatte, vorauszufliegen (meinen Absaufer im ersten Lauf letztes Jahr wollte ich auf keinem Fall wiederholen) blieb mir beim dritten Mal fast keine andere Möglichkeit. Meine Mitflieger waren nämlich plötzlich alle einige hundert Meter unter mir, und meiner Thermik ging bei 3500m der Schnauf aus. Auf einer ultralausigen Linie fiel ich noch vor Saucos auf Baumwipfelhöhe, konnte mich aber wieder ausgraben, die Boje als dritter nehmen, um dann ein paar Kilometer weiter doch am Boden zu stehen. Platz 20, der Schaden hält sich in Grenzen. Gewonnen hat Raoul Penso, der nach eigenen Aussagen "viel Glück" hatte mit der Linienwahl.

Für heute waren 100% Zirrenabdeckung angesagt - zum Glück war's nicht ganz so schlimm, aber die ständig wechselnden Abschattungen brachten doch zusätzliche Dynamik ins Spiel. Wieder etwa 65 km, diesmal weniger weit nach West und Ost, dafür noch ein zusätzlicher Zick-Zack südlich des Sees. Führungsarbeit wurde auch heute nicht immer belohnt: Yassen stand auf halbem Weg ab, nachdem er sich einen Vorsprung von mehreren Kilometern herausgeflogen hatte. Raoul hingegen zog sein Ding ebenfalls alleine durch und kam 11 Minuten vor Marko Hrgetic ins Ziel, der erste Verfolgerpulk folgte mit etwa 20 Minuten Rückstand auf Raoul. Diesen Pulk hab ich zwei Mal überholt, um ihn dann beide Male, nach einer etwas bodennahen Flugphase, doch wieder vor mir zu haben. Bis ins Ziel hatte ich fast wieder aufgeschlossen, 18. Tagesrang, 11. Overall, noch 4 Tasks.

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