Samstag, 25. Februar 2012

Sicherheitstest von Gleitschirmen der Klassen LTF-A und LTF-B

Text: Karl Slezak
Videos: Reiner Brunn, Harry Buntz
Fotos: Reiner Brunn, Björn Klaassen, Ben Liebermeister

„Vertraue auf Allah, aber binde Dein Kamel an“, diese muslimische Weisheit legt uns nahe, bei allem Gottvertrauen den eigenen Verstand nicht zu vergessen. Für Einsteiger und Wenigflieger gehört dazu, bei der Auswahl seines Fluggerätes besonders sensibel zu sein. Groß sind die Unterschiede hinsichtlich des Anspruchs ans Pilotenkönnen bereits in den „zielgruppengerechten“ Klassen LTF A und LTF B, das ist bekannt. Wie groß die Spanne wirklich ist und vor allem, wie geeignet für Piloten, die wenig in die Luft kommen, aktuelle A- und B-Schirme sind, wollten wir wissen.


Wir haben dazu 16 verschiedene Modelle getestet. Dabei haben wir die Geräte besonders darauf geprüft, welchen Anspruch sie an den Piloten in den bekannten Haupt-Unfallszenarien, Einklapper, Steilspirale und Starthandling stellen. Daneben wurde geprüft, wie praktikabel die Schnellabstiege Ohrenanlegen und B-Stall sind. Die Flugtests wurden von den DHV-Testpiloten Reiner Brunn und Harry Buntz durchgeführt. Die Flüge wurden mit GoPro-Onboard und Bodenkamera gefilmt und auf Datenloggern (siehe Infokasten) aufgezeichnet. Tech-Admin für das komplexe technische Equipment war der Dipl.Ing. Peter Wild. Zwei volle Tage am Übungshang mit den Fluglehrern Babsi Lacroux, Björn Klaassen, Ben Liebermeister und Karl Slezak brachten ca. 300 Starts und einen fundierten Überblick über die Starteigenschaften der Testgeräte.
Fortsetzung auf 
http://www.dhv.de/web/piloteninfos/sicherheit-und-technik/sicherheit/sicherheitsberichte/gleitschirm/a-und-b-passt-eh/

Sonntag, 12. Februar 2012

Sackfluggefahr bei Saukälte

Wir möchten alle Gleitschirmpiloten, die trotz der derzeitigen Kältewelle nicht auf’s Fliegen verzichten wollen, auf die erhöhte Sackfluggefahr bei tiefen Temperaturen hinweisen. In der Vergangenheit gab es diesbezügliche Probleme vor allem beim Windenschlepp. Die hohe Dichte und Zähigkeit der extrem kalten Luft hat durch ihren erhöhten Widerstand Einfluss auf Geschwindigkeit (wird reduziert) und Anstellwinkel (wird erhöht) des Fluggerätes. 
Besonders Piloten, die an der Winde starten, sollten sich darüber bewusst sein, dass die niedrigen Temperaturen ihr Fluggerät in der Steigphase am Seil näher an die Sackfluggrenze bringen. Deshalb ist der „Sicherheitsstart“ besonders wichtig und die Verwendung einer Winden-Schlepphilfe unbedingt empfehlenswert.
Grundsätzlich sind auch alle Flugmanöver, bei welchen der Gleitschirm aus hohen Anstellwinkeln zurückkehren muss (z.B. B-Stall, Ohrenanlegen) bei tiefen Temperaturen mit erhöhter Sackfluggefahr verbunden. Der Gleitschirm kann auch anders als normal auf Störungen reagieren, z.B. mit einer deutliche Sackflugphase nach frontalen Einklappern. 

Vereinzelt war auch von Problemen beim Hangstart berichtet worden. Beim Abflug mit stark angebremsten Schirm oder wenn die Kappe beim Start nicht ganz über den Piloten geführt wird, kann sich die temperaturbedingt höhere Sackflugneigung bemerkbar machen. 

Karl Slezak
Referat Sicherheit und Technik

Mittwoch, 8. Februar 2012