Sackfluggefahr bei Saukälte

Wir möchten alle Gleitschirmpiloten, die trotz der derzeitigen Kältewelle nicht auf’s Fliegen verzichten wollen, auf die erhöhte Sackfluggefahr bei tiefen Temperaturen hinweisen. In der Vergangenheit gab es diesbezügliche Probleme vor allem beim Windenschlepp. Die hohe Dichte und Zähigkeit der extrem kalten Luft hat durch ihren erhöhten Widerstand Einfluss auf Geschwindigkeit (wird reduziert) und Anstellwinkel (wird erhöht) des Fluggerätes. 
Besonders Piloten, die an der Winde starten, sollten sich darüber bewusst sein, dass die niedrigen Temperaturen ihr Fluggerät in der Steigphase am Seil näher an die Sackfluggrenze bringen. Deshalb ist der „Sicherheitsstart“ besonders wichtig und die Verwendung einer Winden-Schlepphilfe unbedingt empfehlenswert.
Grundsätzlich sind auch alle Flugmanöver, bei welchen der Gleitschirm aus hohen Anstellwinkeln zurückkehren muss (z.B. B-Stall, Ohrenanlegen) bei tiefen Temperaturen mit erhöhter Sackfluggefahr verbunden. Der Gleitschirm kann auch anders als normal auf Störungen reagieren, z.B. mit einer deutliche Sackflugphase nach frontalen Einklappern. 

Vereinzelt war auch von Problemen beim Hangstart berichtet worden. Beim Abflug mit stark angebremsten Schirm oder wenn die Kappe beim Start nicht ganz über den Piloten geführt wird, kann sich die temperaturbedingt höhere Sackflugneigung bemerkbar machen. 

Karl Slezak
Referat Sicherheit und Technik

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